Nonii - 29.06.2018

Nonii

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Halbzeit vorbei - weiter bis Italien

 

Insel Rab - Küstenwanderung

Fjord Zavratnica

Höchster Punkt der Insel Pag

Genialer Nachtplatz auf Pag

Noch so ein toller Platz auf Vir

Kocusa Wasserfall

Kotor-Bay

Panoramastrasse in Montenegro

Herceg Novi

Strand im Süden Montenegros

Albanische Berge

Luna, Inua, Musto und Lauri

Letzer Sonnenuntergang in Albanien

Erster Stop in Italien: Pino die Lenne

Kroatien - Bosnien/Herzegowina - Montenegro - Albanien - Italien

Nun ist bereits die Hälfte meiner Reisezeit vorbei. 4 Monate waren es am 7. Februar und die Marke von 10´000 km habe ich heute Morgen, mitten im Verkehrs-Chaos von Bari, erreicht. Das Reise-Tempo ist unterschiedlich. Mal komme ich in einer Woche keine 150 km weiter, mal fahre ich diese Distanz an einem Tag. Mal geniesse ich richtige Faulenzer-Tage, lese viel, mache Reiseplanung für die kommenden paar Tage und schlafe auch mittags eine Runde. Dann gibts aber auch Tage, an denen eine innere Unruhe mich weiter treibt. Es kommt mir vor, als ob die Zeit sich nun plötzlich beschleunigt, liegt wohl an dieser Halbzeit-Marke. “Schon” die Hälfte vorbei, es geht bald wieder nordwärts. Ich muss aber auch zugeben, dass der Kopf langsam Mühe hat, all die Eindrücke und Erinnerungen noch sauber sortieren zu können. Wenn ich für die News versuche, die besten 8 - 12 Bilder der letzten 4 - 5 Wochen zu definieren, dann kommt immer wieder - beim Durchscrollen all der Fotos - die Frage auf, welche Ruine war das nochmal, welche Altstadt war das, an welchem Küstenabschnitt, auf welcher Insel entstand diese Bild, etc. Da bin ich dann dankbar für Polarsteps, dank dem sich alles wieder datenmässig und von der Region her sauber zuordnen lässt.
Um ein bisschen “Ruhe” in die Reise zu bringen und um auch mal wieder einen geregelten Tagesablauf zu üben, hatte ich in Kroatien die Idee, irgendwo für 2 - 3 Wochen ein Volontariat zu machen. Ob in einem Gästebetrieb  oder auf einem Bauernhof, mit Tieren oder ohne, da wäre ich völlig offen gewesen. Ich habe dann auch ein Hand voll Bewerbungen abgeschickt, musste aber leider feststellen, dass entweder das magische Alter “Mitte 50” oder sonst was für solche Ideen hinderlich ist. Auf eine Bewerbung kam die Absage wegen Alter (offenbar gehen einige Menschen davon aus, dass man mit Mitte 50 keine 3 - 4h täglich mehr körperlich arbeiten kann…), auf alle anderen kam gar keine Reaktion. Auch nett… zumal die Annoncen immer noch online sind mit “suchen dringend…”. Also diese Idee habe ich nun gestrichen - ich werde früh genug wieder beweisen können, dass auch in diesem Alter noch ein voller Einsatz möglich ist :-).

Jetzt im mediterranen Frühling habe ich begonnen, Luna und Inua monatlich gegen Zecken und andere stechenden/beissenden Getiere zu behandeln. Entwurmt wurden sie bisher ebenfalls monatlich. Dieser Rythmus ist aber durch Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Albanien und nun Rückreise ins EU-Gebiet etwas durcheinander gekommen, da für alle Länder eine solche Behandlung nötig war. Auch liess ich in Kroatien noch die Tollwut-Titer-Bestimmung machen, da diese ebenfalls - in Theorie - für die Rückreise in die EU erforderlich ist. Natürlich haben beide Ladies ausreichend Antikörper im Blut, leider hat sich aber bei keinem von all den Grenzübertritten jemand für diese Papiere interessiert. Alles in allem über 600€ Kosten, die dann keiner gewürdigt hat, viele Tabletten verabreicht, um die nötigen Stempel im Heimtierpass zu bekommen und viel Papierkram (vor allem für die Rückreise in die EU), alles für nichts. Schade, denn hätte mir eine kleine Kristallkugel verraten, dass sich in Bari keiner für diese Papiere interessiert, dann wären wir nun tatsächlich zu viert unterwegs für die 2. Hälfte der Reise.

Nun aber zur Zusammenfassung der letzten  5 Wochen! Die letzten News endeten auf der Insel Krk, wo ich paar Tage blieb. Hat ihre schönen Seiten, würde ich aber ein nächstes Mal auslassen. Nach einer sehr stürmischen Fähr-Überfahrt erkundeten wir dann die Insel Rab. Für die ersten paar Nächte hatte ich da eine feste Unterkunft und wir unternahmen Tagesausflüge. 2 wunderschöne - für Inua aber grenzwertige - Küstenwanderungen waren dabei, von Bucht zu Bucht, hoch und runter, mit Schafen, mit Strand, mit Klippen. Den höchsten Punkt der Insel erlebten wir im Schneetreiben. Aufgrund der Fährverbindungen musste ich dann erst kurz zurück aufs Festland, bevor es weiter auf die Insel Pag ging. Aber der Ausflug zum Fjord Zavratnica mit Wanderung von Meereshöhe wieder bis zum Schnee hoch, war ganz bestimmt eines der vielen Highlights der Reise mit sagenhaften Ausblicken, tiefblauem Meer, krassen Klippen und einfach ganz vielen Wow-Momenten. Dann die Insel Pag, vor der ich gewarnt wurde: “ausser Salzfelder und Felsen gibts da nichts”. Stimmt gar nicht! Wunderbare Wanderwege, kleine unberührte Buchten, uralte Olivenhaine, das Kap Lun am Nordende der Insel mit 300-Grad-Ausblick aufs Meer, den höchsten Punkt der Insel (349MüM) mit noch genialerem Ausblick und die genauso beeindruckenden, extrem kargen Fels-Landschaften, bezeichnenderweise “Mond” und “Mars” genannt.

Über die Inseln Vrsi und Vir ging es dann langsam weiter südlich via Zadar auf die nächsten Inseln Ugljan und Pasman, mit einigen echt genialen Stellplätzen mitten in der Natur, schönen Spaziergängen an der Küste, top Wetter und dem ersten Tag in kurzen Hosen und T-Shirt am Strand. Ok, das war bisher auch der einzige Tag…

In Sibenik hatte ich den Termin für Blutentnahme bei den Ladies zwecks Titer-Bestimmung. Dazu buchte ich mir einen “richtigen” Campingplatz direkt am Meer, um die Wartezeit auf die Laborwerte mit Warmwasser, Strom und WLAN überbrücken zu können. Da aber das WLAN nicht funktionierte, die Nächte da echt bitterkalt waren (sogar mit gefrorenem Wassernapf) und ich halt einfach nicht der Typ “Camping auf Campingplatz” bin, blieb ich eben nur 3 Nächte, unternahm  2 schöne Tagesausflüge und fuhr dann weiter, bevor die Resultate da waren. Ich war eh 99% sicher, dass die Werte passen werden und die Zertifikate kann man ja auch mailen.

Und weiter ging es südwärts über weitere kleine Inseln bis Dubrovnik. Das Wetter hat sich nicht mehr so einseitig top gezeigt. Mehr und mehr kamen viele heftige Regenfälle, Hagel, Gewitter, alles Unschöne dazu. Wetterbedingt war dann auch der Ausflug nach Bosnien-Herzegowina recht kurz. Denn nach dem ersten Tag, den ich noch bei ok-Wetter verbringen konnte, hörte der Regen dann gar nicht mehr auf. Flüsse traten über die Ufer, Felder standen unter Wasser, Seen mit Hochwasser, Naturstrassen zum Teil schon grenzwertig weich. Der Vorteil des vielen Regens waren absolut grossartige Wasserfälle Kocusa und Kravica. Der Nachteil aber eben die unter Wasser stehenden, anvisierten Ziele. Die Entscheidung, zurück an die Küste zu fahren, fiel einfach. Noch ein paar Tage Kroatien folgten mit Burgen, Stadtmauern, Ruinen, Kirchen und Aussichtspunkten.

Von Montenegro erkundete ich nur einen recht kleinen Teil. Was ich aber gesehen habe, gefällt mir landschaftlich sehr gut. Die riesige Kotor-Bay allein nimmt schon 3 Tage in Anspruch. Die Stadt Herceg Novi ist grossartig (sag ich als Nicht-Stadt-Mensch…), die Pass-Strassen geben wunderschöne Ausblicke auf Bucht, Seen, Meer und die Berge. Allerdings möchte ich die engen Strassen nicht im Hochsommer mit viel Gegenverkehr befahren… Bild 8 zeigt eine ganz normale Panorama-Strasse, da wünscht man sich wirklich keinen entgegenkommenden Camper oder LKW! Leider hatte ich auch im Landesinneren von Montenegro wenig Wetterglück und sah die Sonne erst an der Küste wieder. Dafür dann in Kombi mit dem ersten, richtigen Sandstrand, kilometerlang und bei schönem Wetter! Das Traurige in Montenegro ist die elende Vermüllung überall und natürlich die Situation der Strassenhunde, Katzen und auch landwirtschaftlichen Nutztieren. Im Landesinneren sah ich das erste mal das Klische der Mülldeponie-Hunde, unter anderem ein Wurf kleiner beiger Wusels, geschätzt auf 2 - 3 Monate, aber alle so scheu, dass sie das verteilte Futter nicht abholten, solange ich in der Nähe war. Verletzte, tote Hunde am Strassenrand, in den Dörfern, himmeltraurige Kettenhaltung mit engstem Radius, ohne Wetterschutz, das geht echt an die Nieren!

Dann kam Albanien - ähnliche Eindrücke wie aus Montenegro. Die Berge ein Traum, die Strassen dort meist ok, sogar etwas breiter als in Montenegro, die Vermüllung nicht so arg und auch das Tierleid in den Bergen kaum zu sehen. Im Gegenteil: da ziehen viele Hirten mit ihren Schaf- und Ziegenherden rum, begleitet von gut aussehenden Hütehunden, die Esel sehen kräftig aus, etc.  Aber je näher ich zur Küste kam, desto schlimmer wurde es. Müll wirklich überall, Strassen meist eine Katastrophe, auch hier wieder traurigste Mülldeponie-Hunde-Situationen, verletzte Hunde entlang der Strassen, Überfahrene, die keiner wegräumt… eigentlich hätte ich in den Bergen bleiben sollen! Trotzdem bin ich an die Küste, weil halt Sandstrand & Meer schon auch was Tolles ist! Tja, hätte ich nicht machen müssen! Es kam, wie es kommen musste… am Strand, an dem ich 2 Tage war, “wohnten” ein schwarzer Labi-Mischling, ich nannte ihn Musto, und ein Niederlaufhund-Mischling, etwas kleiner, ich nannte in Lauri. Und der "Kleine Mann" Lauri ist mir derart ans Herz gewachsen mit seinem vorsichtigen, ruhigen, beobachtenden, nicht aufdringlichen Charakter, wie er wie ein Schatten überall mitlief, wie er fast ungläubig schaute, als er seinen ersten gefüllten Napf bekam, wie er sich einfach ins Rudel einfügte und von den Ladies akzeptiert wurde. Ich hätte ihn tatsächlich mitgenommen, wenn es eine Möglichkeit gegeben hätte. Aber eben: Albanien > EU ist in Theorie sehr aufwändig und bis ich alle Papiere und Tests, Impfungen, Chip gehabt hätte, hätte ich gemäss Tierarzt mit bis 2 Monate Wartezeit rechnen müssen. So konnte ich die beiden nur entwurmen, gegen Parasiten behandeln und natürlich die 2 Tage füttern. Dass beide Hunde dann gestern Nachmittag, als ich zum Fährhafen musste, dem Auto noch fast 1 km hinterher gerannt sind, das hat mir das Herz zerrissen!  Weil ich mir sagte, “dass haben sie ja vielleicht schon mal erlebt” und mir wie ein Verräter vorkam. Und als dann heute morgen in Bari niemand irgendwelche Papiere sehen wollte, hab ich geflucht und wieder geheult!

Tja, so sind wir nun immer noch zu Dritt und seit heute Morgen in Italien. Und was uns dieses Land an Erlebnissen bietet, lest Ihr dann in den nächsten News!