Hupu - 02.05.2022

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Holzarbeiten

Carport

Krabbenfischer in Oostduinkerke/Belgien

Sanddünen in Dänemark

Dänische Leuchttürme

Deich-Schafe

Der Sommer rückt näher, die Tage werden wärmer und länger, wir nutzen das schöne, trockene, noch nicht zu heisse Wetter für ganz viele Bau- und Optimierungsprojekte. Im Mai hatten Anne & Julian unter anderem noch das grosse Bauprojekt eines Carports angepackt und fertig gebracht. Sieht toll aus und bietet Platz für Quad, Trike, Hänger und ein Auto. Ausserdem wurde die Scheune neu verkabelt und nun hat es in allen 3 Abteilen Licht und Steckdosen. Zwischendurch immer wieder Holz gehackt, unserem Nachbarn Pekka beim Bau eines Vordachs geholfen (eine Hand wäscht die andere) und sich weiterhin um ganz viele Kleinigkeiten und Trail-Inspektionen gekümmert. 

Seit 1. Juni sind wir nun zu Dritt und haben die letzten 5 Tage auch schon ganz viele Projekte begonnen oder abgeschlossen. Priorität hatte erstmal der Bereich des geplanten Haushunde- und Läufigen-Zwingers. Da das Gelände dort recht abfiel, mussten wir es erst einebnen und dank einem stabilen Holzrahmen, viel Sand, Kies und Holzschnitzel ist es nun bereit für die Elemente, die dann nur noch auf die Hölzer gestellt werden müssen. Auch der Bereich des Schlitten- und Stroh-Unterstandes wurde vorbereitet und planiert, mit Sand/Kies befestigt und auch hier muss der Schuppen nur noch drauf gestellt werden. Dazu wurde der Stapel Birkenstämme fertig gehackt, das Feuerholz neu geschichtet (altes nach vorne, neues nach hinten), Fliegengitter angebracht, Haustüre geschliffen/neu geölt, alles für die neue Zwingeranlage ausgemessen und markiert, hierfür die grosse Materialberechnung gemacht und alles bestellt, der Plankensteg ausgemessen und Material geordert, und und und! Die Tage sind tatsächlich so voll und überwältigend für mich nach 8 Monaten Reisen, dass ich nicht mehr genau weiss, was wir wirklich alles gemacht haben. Aber Tatsache ist, es geht effizient vorwärts, wir teilen uns die Arbeit (körperliche und auch administrative) gut auf, jeder kann seine Stärken ausleben und es bleibt genug Zeit für die inzwischen 4 Haushunde und Erkundungsspaziergänge durch den Wald oder runter zum See. Und eigentlich jeden Tag stellen wir erneut fest, wie schön der Platz hier ist! Ein Glücksgriff kurz vor Übergabe des letzten Lebenswerks. Jetzt mit all dem frischen Frühlingsgrün wirkt es mindestens so überzeugend, wie damals im Spätsommer! Und tatsächlich fühlten sich die letzten Kilometer hierher für mich letzten Freitag Abend wie ein Heimkommen an, obwohl ich erst 1 Woche hier gelebt habe. Home, sweet home!

Die Tage werden noch immer länger. Stand heute hatten wir 20h24min Sonnenschein! Und die Mittagszeit war heute auch schon recht warm mit 24 Grad. Auch die kommenden Tage soll es warm und mehrheitlich trocken bleiben, so dass wir das Projekt Zwingerbau dann starten können, sobald die Materiallieferung da ist. Auch spricht nichts mehr dagegen, nun bald mal die Kajaks auszutesten. Wir halten Euch über Social Media auf dem Laufenden und werden Euch auch die Wanderungen und Paddelrouten dannn entsprechend mit aktuellen Bildern näher bringen. Nun machen wir aber erstmal 2 Tage frei, holen montags in Nord-Karelien noch den ganzen Rest Material ab und strukturieren dann den Rest der Woche je nach Datum der Materiallieferungen. 

Meine Sabbatical-Reise nahm am 29. Mai abends ihr Ende. 235 Tage, fast 25´000km Autofahrt und 33 Fährpassagen war ich mit Inua und Luna unterwegs. Wenn ich mir das Reisetagebuch auf Polarsteps so anschaue, bin ich noch ganz platt ob der ganzen Strecke. Verrückt, was ich in den 8 Monaten alles gesehen und erlebt habe. Europa ist grossartig! Und einige Teile davon fehlen mir noch immer…

Nach der ausgiebig bereisten Bretagne musste ich leider durch die Normandie und Belgien etwas Gas geben, um mal etwas näher ans Ziel zu kommen. Auch die Normandie hat grossartige Strände, Landschaften, kleine Dörfer und wilde Atlantikkküste. Ich kann mir vorstellen, dass ich nicht das letzte Mal dort war. Belgien hab ich dann eigentlich nur durchquert, aber einen Stop in Oostduinkerke gemacht, um die  bei UNESCO als Weltkulturerbe eingestufte Krabbenfischerei zu Pferd zu beobachten. Beeindruckend, mit welch stoischer Ruhe die riesigen Brabanter Kaltblüter die Netze durch die tosende Brandung ziehen und die Körbe sich füllen. Sehr nahe konnte ich leider nicht ran, da ja Inua - neben Schafen - Pferde unheimlich liebt und tatsächlich zum wilden, quitschenden 30kg-Fellbündel wird, wenn sie nicht näher ran kann, um Hallo zu sagen. Also musste ich einen ausreichenden Abstand halten, damit sie nicht zu laut wird. 

In Holland genoss ich wieder mal einen Markt mit frischem Gemüse, einen Frisör und machte auch einen 2tägigen Ausflug auf die Insel Texel. Auch Holland hat faszinierende Strände und Dünenlandschaften. Zudem eine riesige Menge an Wasservögeln, die aktuell grad alle ihre Kleinen spazieren führten. Etwas gewöhnungsbedürftig ist es schon, wenn direkt am Rand der Autobahn eine Gänsefamilie spaziert oder die Entenfamilie mitten über den Strand-Parkplatz watschelt. Aber gemäss Aussage der besuchten Joyce ist das in Holland ganz normal und wenn eine solche Familie über die Strasse spaziert, stoppt einfach der ganze Verkehr. Hab ich nicht selbst erlebt, aber ich glaube es ihr!

In Deutschland - nach einem besuch in Bremen bei Alex und Heiner - war mal dringend ein Ölwechsel nötig, dazu hatte ich 2 Nächte an der Elbe ein kleines Appartment. Auf Spaziergängen konnten wir dann direkt die deutschen Deich-Schafe mit den kurz vorher gesehenen holländischen Deich-Schafen vergleichen (keine bemerkenswerten Unterschiede) und die Elb-Schifffahrt beobachten. Danach gings zügig weiter in Richtung Dänemark, wo dann quasi der krönende Abschluss meiner Reise war. Dünenlandschaften zum Träumen, Nordseeküste zum Verlieben, Leuchttürme, Seesterne, Muscheln, rauher Wind, Sonne und wieder frischere Temperaturen. Dazu unerwarteter Besuch von Isa und Mathias mit leckerem Essen und viel Camper-Gesprächen!

Tja… und dann kam die letzte Etappe. Fähre ab Frederikshavn nach Göteborg, 3 Tage durch Schweden durch und die letzte Fähre nach Naantali. Natürlich tagsüber, um die wunderschöne Schärenlandschaft der Alandinseln nochmals zu geniessen. Danach wurde der “Stalldrang” zu gross und die letzte Etappe fuhr ich dann in 1,5 Tagen durch. Ein unvergessliches Abenteuer, dank dem ich zur Ruhe kam, mit vielen Dingen der Vergangenheit abschliessen und die Weichen neu stellen konnte für die Zukunft. Nun beginnt ein neuer Lebensabschnitt, auf den ich mich riesig freue und den ich mit Anne & Julian mit viel Vorfreude, Motivation und Optimismus anpacke. Es dauert nicht mehr lange, bis die ersten Sommergäste anreisen - bis dahin gibt es noch viel zu tun und es macht einfach Spass!