Was haben wir gestaunt, als am 7. September spätabends auf der kurzen Haushunde-Pipirunde plötzlich die ersten Nordlichter am Himmel erschienen! Zu einem wahren Farbspektakel haben sie sich dann entwickelt und wir genossen diese flackernden Kunstwerke am Himmel draussen auf der Zufahrtstrasse und später noch unten am See auf der Plattform. Aus der geplant kurzen Pipirunde wurde so eben ein ungeplant längerer Aufenthalt draussen mit Blick in den Himmel. Was für ein herrlicher Start in den Herbst! Eine grössere Auswahl an Aufnahmen dieser Nacht gibt es wie immer auf Social Media. Wir hoffen, dass sich dieses Schauspiel auch im Winter dann mindestens 1x pro Woche wiederholt, damit unsere Gäste es auch erleben und in einem Rucksack voller Erinnerungen mit nachhause nehmen können.
Auch die Tage bieten hier aktuell ein wahres Farbspektakel in der Natur. Färbungen in rot und gelb überall, herrliche Spiegelungen in den Gewässern, viele Tage mit blauem Himmel und Sonne, einfach ein wunderschöner Herbst - oder Ruskazeit - hier in Kainuu. Die Felder sind inzwischen zum grossen Teil fertig abgeerntet (unser Bedarf an trockenem Stroh ist eingelagert und für die Hundehütten bereit) und nun wartet die Natur auf die ersten Frostnächte, um zur Ruhe zu kommen. Wer mehr von diesen Herbstfarben sehen will, findet weitere Aufnahmen auf Facebook und Instagram. Vielleicht gibt das ja Lust auf eine Herbstreise 2027 zu den RedHouseDogs?
Obwohl die Elchjagd in vielen Gebieten Finnlands erst startet, haben wir auch unseren Bedarf an Elchfleisch bereits gedeckt. 2 Kartons von einem der ersten in Südfinnland erjagten Elche 2026 liegen im Tiefkühler, sauber vakuumiert und portioniert. Das reicht für 1 leckeres Elch-Abendessen pro Woche über den ganzen Winter hinweg! Wer hat Lust auf ein Stück Elch auf dem Teller? Dann solltest Du Dein Wintererlebnis bei uns in Kainuu schnellstmöglich buchen! Ein Rentier besorgen wir uns später noch dazu, denn auch ein Rentier-Geschnetzeltes ist nicht zu verschmähen…
Vor dem Trainingstart der Hunde und in den ersten Wochen danach hatten wir noch einige Tierartzbesuche auf dem Programm. 4 Hündinnen liessen wir sterilisieren, dazu eine Tumor-Operation, 1 Rüde kastriert, Sica hat nun eine Orthese und lernt, wie man damit traben kann, ein paar Impfungen mussten aufgefrischt werden, ein nächster Blut- und Urin-Test bei Speja wegen ihrer Nierenprobleme war fällig, und nun hinkt plötzlich auch Inua wieder. Unser Lazarett im Wohnzimmer ist somit mit regelmässig wechselnden Patienten gut gefüllt - ein weiterer Grund, wieso es uns nie langweilig wird!
Trainingsstart erfolgte ungewohnt früh. Bereits am 19. August konnten wir die ersten kurzen Einheiten durchführen. Um die unterschiedlichen Leistungsklassen, Verhaltensweisen und Motivationen gut einschätzen zu können, fuhren wir die ersten Wochen immer nur 2km Strecke (unmotorisiert). Dabei rotierten wir ganz unterschiedliche Leithunde-Kombis durch, erprobten die Jährlinge aus Lappland und entdeckten so angehende Leader-Stars. Die Routiniers aus dem alten Zuhause konnten wir sehr gut einschätzen und sind natürlich von keinem enttäuscht worden. Auch wenn wir sie im letzten Winter nicht live erlebt haben, war unsere Einschätzung ihrer Leistung für die neue Saison ganz treffend. Die 6 aus Lappland waren für uns Neuland, aber auch hier wurden wir nicht enttäuscht. Die Jährlinge Olli und Page sind grossartig gestartet und überzeugen (ok, Olli dürfte gerne noch etwas ruhiger werden…). Domino und Otto sind fokussiert und laufen bereits alle Positionen. Hupu braucht einen ruhigen Läufer neben sich in der Leine, damit er gut arbeitet, wenn ihm das aber geboten wird, läuft er ebenfalls alle Postionen. Lizzy mag noch nicht arbeiten, mit ihr brauchen wir noch mehr Geduld, was wir aber wussten und weswegen wir nicht aufgeben. Jeder Hund bekommt die Zeit, die er braucht. Bria, Speja und Luna als “Oldies” sind auch schon ein paar Runden mitgelaufen und schätzen vorallem die Suppe und den Snack danach :-) Keiner zu alt, Schlittenhund zu sein! Solange er/sie will!
Inzwischen sind wir bei Distanzen von 5 - 7 km (aktuell motorisiert), passen die Anzahl Trainingseinheiten den Temperaturen und der Luftfeuchtigkeit an, fahren schnellere, stärkere Teams oder eben ruhigere Teams mit Spezialfällen. Es ist sinnvoll und sehr im Sinne der Hunde, auf die einzelnen Stärken und Schwächen der Hunde mit kleinen Teams hier eingehen zu können. In Theorie könnten wir alle 13 arbeitenden Hunde in ein grosses Team packen, 1 Runde fahren und fertig wäre das Tagestraining. Aber macht das Sinn? Bei grossen Farmen geht es leider oft nicht anders, aber unsere kleine, familiäre Anlage bietet eben jedem Hund die Möglichkeit, in seinem eigenen Tempo auf seinen Leistungszenit zu gelangen. Und Zeitdruck haben wir auch keinen. Heute regnet es den ganzen Tag, da bekommen die Hunde ihren Pausentag und wir finden anderes, um unseren Tag sinnvoll zu füllen.
Herbstleben auf einer kleinen Farm! Ein schöner Mix aus Draussen mit Hunden und Drinnen am Laptop :-)
